
Wie sehr der kleine Bennett tagtäglich zu kämpfen hat, sieht man ihm auf den ersten Blick nicht an. Doch der äußere Schein trügt. Bennetts Niere arbeitet nicht so, wie sie soll. Der Weg zu einer sicheren Diagnose war lang und ist noch immer nicht ganz abgeschlossen. Bis vor kurzem galt eine seltene Autoimmunerkrankung als Ursache. Entsprechend der Diagnose einer chronischen, schweren Nierenerkrankung musste Bennett starke Medikamente einnehmen, darunter auch Immunsuppressiva, um seine Nierenfunktion zu erhalten.
Mittlerweile hat sich aus medizinischer Sicht eine veränderte Diagnose ergeben, die sich glücklicherweise positiv auswirkt. Durch ein neu eingesetztes Medikament werden Bennetts Nierenwerte nun endlich besser. Doch die Folgen seiner Erkrankung und der dauerhaften, starken Medikation bleiben. Bennett ist körperlich schnell erschöpft und hat nur wenig Ausdauer. Durch die immunsuppressive Behandlung ist sein Immunsystem sehr geschwächt.
Bennett möchte so gern aktiv und überall dabei sein, versucht es immer wieder, aber stößt schnell an seine Belastungsgrenzen. Der kleine Mann wohnt mit seiner jüngeren Schwester Marlie und seinen Eltern in einem Berliner Stadtteil. Hier sind die täglichen Wege recht kurz und können eigentlich schnell zurückgelegt werden. Das Auto lässt man im Kiez lieber stehen und geht stattdessen zu Fuß, nimmt das Fahrrad oder springt in den Bus. Aber für Bennett ist das nicht ohne Weiteres zu schaffen. Selbst vermeintlich kurze Laufwege können für ihn schnell zu anstrengend werden.
„Viele Wege sind zu kurz zum Fahren, aber zu lang zum Laufen, gerade mit einem erschöpften Kind“, erklärt seine Mama. „Außerdem sollen wir öffentliche Verkehrsmittel aufgrund seines geschwächten Immunsystems möglichst meiden.“ Der kurze Weg zur Schule, ein spontaner Besuch auf dem Spielplatz oder schnelle Besorgungen im nächsten Supermarkt – immer müssen Bennetts Eltern abwägen, ob die Strecke für ihren Sohn überhaupt zu schaffen ist. Wie sich Bennett selbst damit fühlen muss, können wir nur erahnen. Als wir im letzten Jahr die Möglichkeit hatten, ihm und seiner Familie ein Stückchen Freiheit zu schenken, haben wir das liebend gern getan.
Bennetts Mama kam mit einem Herzenswunsch auf uns zu: Ein Lastenfahrrad mit E-Antrieb sollte ihnen etwas Leichtigkeit und Flexibilität in den Familienalltag zurückbringen. „Wir könnten unseren Sohn sicher und wettergeschützt transportieren. Auch spontane Verabredungen oder kleinere Besorgungen wären endlich wieder machbar. Unsere Tochter könnte mitfahren, und ich müsste nicht jedes Mal überlegen, ob wir den Weg überhaupt schaffen“, beschrieb Bennetts Mutter die große Erleichterung, die ein E-Lastenrad für ihre Familie bedeuten würde. Der Aspekt des Wetterschutzes ist hierbei keinesfalls zu vernachlässigen, sondern in Bennetts Fall sogar enorm wichtig. Durch seine Medikamente ist Bennetts Haut besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung geworden. Der Kleine soll sich möglichst nicht zu lange in der Sonne aufhalten. Das Fahrradmodell, dass sich Bennett und seine Eltern ausgesucht hatten, brachte mit seinem Regen- und Sonnenschutzverdeck daher alles mit, was der kleine Mann für unbeschwerte Ausflüge, Alltagswege und Fahrten bei jedem Wetter braucht.
2.000 Euro haben wir zu Bennetts E-Lastenfahrrad beigesteuert. Damit konnte sich die junge Familie ihren Wunsch endlich erfüllen. Im November wurde das neue Gefährt geliefert und sorgt seitdem für spürbare Entlastung. Bennett kann viel aktiver am Leben teilnehmen, seine Schwester Marlie hüpft einfach mit hinein und ist immer dabei, und für seine Eltern sind die täglichen Wege um einiges leichter geworden. Bald kommt der Frühling! Dann steht wunderschönen Ausflügen und langen Radtouren mit der ganzen Familie endlich nichts mehr im Wege.