
Lilli ist gerade einmal 3,5 Jahre alt. Davon verbrachte sie fast ein Jahr in Krankenhäusern, Arztpraxen und Untersuchungsräumen. Wenn man die kleine Maus vor sich sieht, ist das kaum zu glauben! Denn Lilli ist ein lebensfrohes, strahlendes, kleines Mädchen. Sie entdeckt die Welt mit neugierigen Augen, schenkt jedem ein Lachen und ist durch nichts aufzuhalten.
Tapfer, mutig und stark hat sie sich durch die Herausforderungen ihres noch so jungen Lebens gekämpft. Mit nur sechs Wochen erkrankte sie an einer Hirnhautentzündung, kurz danach infizierte sie sich mit dem schweren Rotavirus. Doch das war längst nicht alles! „Schon früh spürten wir als Eltern, dass etwas nicht stimmte. Lilli entwickelte sich nicht altersgerecht. Immer wieder fielen uns Kleinigkeiten auf, die in ihrer Summe kein Zufall sein konnten“, erzählen Lillis Eltern.
Ihre kleine Tochter hatte Probleme mit dem Herzen, ihrem Auge oder der Hüfte. Besonders auffällig war: Es betraf immer Lillis linke Körperseite. Ihre Ärzt*innen taten die Bedenken ab, vermuteten dahinter keine spezifische Ursache. Aber Lillis Eltern ließ ihr ungutes Gefühl einfach nicht los. „Das gesamte erste Lebensjahr unserer Tochter war geprägt von Krankheiten, Sorgen und der ständigen Angst um ihre Gesundheit“, beschreiben Lillis Eltern diese sehr schwere, herausfordernde Zeit. „Wir wussten, dass mehr dahinterstecken musste.“ Und sie gaben nicht auf!
Sieben Monate lang kämpften sie um Gehör und suchten nach einer Erklärung. Diese erhielten sie schließlich, unzählige Arzttermine und Untersuchungen später, als Lilli etwa ein Jahr alt war: Ihre Tochter hatte während der Geburt einen Schlaganfall erlitten. Infolgedessen lebt die Kleine heute mit einer Halbseitenlähmung. Ihre linke Körperhälfte ist zudem von einer starken Spastik betroffen. „Dinge, die für andere Kinder selbstverständlich sind, bedeuten für Lilli tägliche Anstrengung und harte Arbeit“, erklärt ihre Mutter.
Erst diesen Sommer machte Lilli ihre allerersten Schritte. Doch auch das Laufen fällt ihr körperlich sehr schwer. Das kleine Mädchen ist im Alltag auf viel Unterstützung und allerlei Hilfsmittel angewiesen. Lilli trägt eine Fußorthese, eine Handorthese und nutzt eine Nachtlagerungsschiene. Ein Walker und ein Stehtrainer helfen ihr dabei, aufrecht zu stehen und besser laufen zu können. Der Alltag der vierköpfigen Familie ist bestimmt von Therapien, Übungen und Terminen. Dreimal pro Woche erhält Lilli Physiotherapie und besucht zusätzlich einmal wöchentlich das Frühförderzentrum. „Wir versuchen alles möglich zu machen, was unserer Tochter helfen könnte. Jede Therapie, jede Förderung und jede neue Chance auf Entwicklung nehmen wir wahr, weil wir ihr die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Zukunft geben möchten.“
Bei ihrer letzten Reha lernten Lilli und ihre Eltern die Galileo-Vibrationsplatte kennen. Lilli konnte täglich damit trainieren und machte große Fortschritte! „Jeder ihrer Fortschritte ist hart erkämpft. Jeder Schritt, jede neue Bewegung und jede noch so kleine Entwicklung sind für uns unbezahlbare Geschenke. Wirwünschen uns nichts sehnlicher, als Lilli weiterhin die Therapien und Hilfen ermöglichen zu können, die ihr Leben erleichtern und ihr mehr Selbstständigkeit schenken.“ Mit diesen berührenden Worten hatten sich Lillis Eltern schließlich an die Toni Kroos Stiftung gewandt und um die Finanzierung eines eigenen Galileo-Geräts gebeten. Diesen Wunsch haben wir der tapferen Lilli und ihrer starken Familie gern erfüllt.
Im August wurde das Gerät schließlich geliefert, und Lilli konnte mit ihrem wertvollen Muskeltraining weitermachen. Schon in der kurzen Zeit stellt ihre Mutter positive Veränderungen fest. Trotz der rüttelnden Vibrationsplatte gelingt es Lilli inzwischen, ab und an ganz allein auf dem Gerät zu stehen. „Dabei auch mit einer deutlich schöneren Fußstellung“, ergänzt ihre Mama stolz. „Das ist für sie ein großer Schritt, weil sie den Fuß sonst häufig im Spitzfuß hält.“ Unmittelbar nach einer Einheit auf dem Galileo-Gerät, läuft Lilli sichtbar besser und geschmeidiger. Auch ihre Spastik scheint durch das regelmäßige Training etwas weicher zu werden.