Familien

NART-Therapien für Lucie und Myroslav

„Neuroaktive Reflextherapie“

Das heißt die Abkürzung NART wortwörtlich übersetzt. Die NART ist ein physiotherapeutisches Konzept, das verschiedene Maßnahmen miteinander kombiniert: neurophysiologische Gymnastik, Massagen, Mobilisierung der Gelenke oder funktionelle Übungen mithilfe spezieller Anzüge oder Geräte. Sie zielt darauf ab, die Verbindung zwischen zentralem Nervensystem und Körper zu stärken. Neben der Motorik werden auch die Sprache und kognitive Entwicklung gefördert.

Die NART wird meist als 10-tägiger Therapieblock angeboten und führt durch die intensive Einzelbehandlung innerhalb kürzester Zeit oft zu bedeutsamen Fortschritten bei den Patient*innen. Die besondere Reflextherapie richtet sich u.a. an Kinder und Jugendliche mit neurologischen Bewegungsstörungen, wie frühkindliche Hirnschäden, Lähmungen oder Skoliosen. Durch gezielte Reize und Übungen werden Spannungen abgebaut, neue Bewegungsmuster angeregt und Selbstständigkeit gefördert.

In Deutschland ist das NART-Konzept einzigartig. Im europäischen Ausland gibt es mit der ADELI-Therapie oder der ProPrios-Intensivreha vergleichbare Angebote. Bislang werden diese multiprofessionellen Intensivtherapie-Formen trotz ihrer großartigen Erfolge leider noch wenig bis gar nicht von den Krankenkassen übernommen. Betroffene Familien sind selbst in der Pflicht und müssen die Kosten für Unterkunft und Therapieprogramm aus eigener Kraft aufbringen.

So war es auch bei unserer kleinen Lucie.

Die heute 6-jährige Maus aus Brandenburg war in den Vorjahren bereits zweimal im NART-Zentrum in Bremen und hatte auch schon eine ADELI-Therapie durchlaufen. Dank der intensiven Therapieblöcke konnte sie nachhaltige Fortschritte erzielen. Finanziert haben Lucies Eltern die wertvollen Einheiten teils aus ihren Ersparnissen und teils mithilfe eines gemeinnützigen Vereins. Im vergangenen Jahr baten sie die Toni Kroos Stiftung um Unterstützung, um ihrer Tochter im September 2025 einen erneuten Aufenthalt in Bremen zu ermöglichen.

Lucie kam mit dem Gendefekt PHACTR1 zur Welt und leidet zusätzlich unter Epilepsie. Dadurch hat sie schwere globale Entwicklungsstörungen mit muskulärer Hypotonie. Stehen kann sie mit Unterstützung, ist im Alltag aber auf einen Rollstuhl angewiesen. Durch ihr unermüdliches Training und die kontinuierlichen Intensivtherapienkann Lucie ihren Rolli mittlerweile selbstständig bedienen. Sprechen kann die Kleine nicht, sie ist aber immer wacher und aufmerksamer geworden und kann den Blickkontakt zu ihrem Gegenüber halten. Kleine Fortschritte mit großer Wirkung, die unbedingt weiter gefördert werden müssen!

Mit rund 4.000 Euro haben wir Lucie und ihre Familie daher von Herzen gern unterstützt und der kleinen Frohnatur im vergangenen September ihre bereits dritte NART-Therapie finanziert. „Wir hatten dort eine sehr intensive Zeit, in der Lucie mehr als kämpfen musste und aus ihrer Komfortzone geholt wurde“, schrieb uns ihre Mama nach der Rückkehr. „Lucie hat wieder einmal gezeigt, was alles in ihr steckt. Wieder zuhause üben wir täglich weiter, um das Neuerlernte zu festigen.“

Drei Monate später, im vergangenen Dezember, trat auch Myroslav seinen Therapieblock in Bremen an.

Auch er war zum wiederholten Male zur neuroaktiven Reflextherapie im Bremer Therapiezentrum. Der 10-Jährige aus Thüringen wurde mit einer beinbetonten bilateralen spastischen Cerebralparese geboren. Myroslav hat eine sehr schwere Hirnschädigung, sitzt im Rollstuhl, ist geistig fit, kann aber selbst nicht sprechen. „Er benötigt aufgrund seiner Behinderung regelmäßige Rehabilitation, die für seine Entwicklung und Lebensqualität von entscheidender Bedeutung ist“, schrieb uns seine Mama.

In den vorigen drei Jahren waren die Eltern mit ihrem Sohn ganze sieben Mal zur NART-Therapie in Bremen gewesen, die seine Muskulatur und Bewegungsfähigkeit immer weiter verbessert hatte. Mit Hilfe konnte Myroslav schließlich sogar stehen und ein paar Schritte gehen. Im März 2025 wurde bei ihm dann eine Myofasziotomie durchgeführt. Ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem verkürzte Faszien an den Fußgelenken gezielt durchtrennt werden, um Fehlstellungen zu korrigieren und die Beweglichkeit zu verbessern. „Myroslav kann seitdem besser stehen“, berichtete seine Mutter. Doch um das volle Potenzial dieser Maßnahme zu entfalten, benötigte der junge Mann unbedingt weitere Intensivtherapie.

„Wir glauben fest an unseren Sohn und an seine Entwicklung. Er benötigt mindestens drei Mal im Jahr eine intensive NART-Therapie, um seine Fähigkeiten weiter zu verbessern und ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können“, erklärten seine Eltern. Die vorigen Therapien und einen Anteil der nächsten NART-Einheit hatte eine andere Stiftung übernommen. Mit rund 3.300 Euro haben wir die noch offene Restsumme finanziert, sodass Myroslav die wertvolle Intensivtherapie im Dezember antreten konnte.  

„Wir sind Ihnen unendlich dankbar für Ihre Anteilnahme, Menschlichkeit und die Unterstützung unserer Familie in dieser für uns so wichtigen Zeit“, bedankte sich die wundervolle Familie kurz vor Weihnachten. „Myroslav haben alle Therapieeinheiten sehr gut gefallen, und er hat die Übungen mit großer Freude und Engagement durchgeführt.“

Wir wünschen euch beiden ganz viel Power auf eurem Weg. Weiter so, Lucie und Myroslav!
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