
Das Clemenshospital Münster, genauer gesagt die Kinderneurologische Frührehabilitation, zählt zu den Partnereinrichtungen der Toni Kroos Stiftung. Auf der Station werden Kinder und Jugendliche mit schweren Hirn- und anderen neurologischen Schädigungen behandelt. Die Frühreha ist Teil der Kinder- und Jugendklinik, die unter der Direktion von Dr. med. Otfried Debus steht. Ihm und seinem hochengagierten Team liegt das Wohl der teils schwer erkrankten Patient*innen sehr am Herzen; ihre bestmögliche medizinische und therapeutische Versorgung steht stets an erster Stelle.
Dank großzügiger Förderung durch den BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ konnten wir das Clemenshospital im Jahr 2025 mit umfangreichen Investitionen unterstützen. Medizinische Geräte und Ausstattung im Wert von insgesamt 115.300 € wurden für verschiedene Bedarfe der Kinderklinik angeschafft – allesamt mit demselben Zweck: die optimale Behandlung und sichere Versorgung der jungen Patient*innen kontinuierlich zu verbessern.
„Die langjährige Verbundenheit mit der Toni Kroos Stiftung und ‚Ein Herz für Kinder‘ ist für uns weit mehr als eine finanzielle Unterstützung“, sagt PD Dr. Otfried Debus, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital Münster. „Zu sehen, wie diese langfristigen Partnerschaften konkret im Klinikalltag ankommen und unseren kleinen, teils schwerstkranken Patientinnen und Patienten helfen, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.“ Im Laufe des vergangenen Jahres hielten nach und nach eine neue Beatmungs- und Reanimationseinheit für Säuglinge, ein mobiles Langzeit-EEG-Gerät, der Geh-Trainer Litegait und eine Videobrille Einzug ins Clemenshospital, das zur Alexianer Gruppe gehört.
Mit 1.800 Geburten jährlich ist die Kinderklinik eine wichtige Anlaufstelle für junge Familien aus dem gesamten Münsterland. Letztes Jahr wurde am Clemenshospital sogar ein neuer Kreißsaal eröffnet. Wenn es während einer Geburt zu schwerem Sauerstoffmangel beim ungeborenen Kind kommt, kann dies unter Umständen zu lebenslangen körperlichen sowie geistigen Beeinträchtigungen führen. In einem solchen Notfall ist schnelle, professionelle und verlässliche Hilfe gefragt. Die hochmodernen Säuglings-Beatmungsgeräte „Hamilton-C1“ und die Reanimationseinheit „Lifetherm 2003“ sind für die Notfall-Erstversorgung von Neugeborenen hervorragend geeignet und seit August 2025 im Clemenshospital im Einsatz. Zusätzlich konnte im Zuge des Projekts ein weiteres Bestandsgerät modernisiert werden, sodass bspw. auch bei Zwillingsgeburten beide Säuglinge gleichzeitig behandelt werden können.
Ein mobiles EEG-Gerät hingegen kommt u.a. bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit dem Verdacht einer Epilepsie zum Einsatz. Auch bei Patient*innen mit häufigen epileptischen Anfällen wird zur sicheren Diagnostik und Überwachung ein Langzeit-EEG eingesetzt. Die Elektro-Enzephalografie (EEG) misst elektrische Signale im Gehirn. Bei einer Langzeit-Messung können Krampfanfälle über einen längeren Zeitraum hinweg verlässlich aufgezeichnet, manchmal sogar zum ersten Mal erfasst und ausgewertet werden. Dies hilft einerseits bei der Auswahl und Überwachung der individuellen Medikation, andererseits aber auch dabei, epileptische Anfälle von nicht-epileptischen Mustern zu unterscheiden. Seit April ist im Clemenshospital ein mobiles Langzeit-EEG-Gerät in Betrieb, das es nun jährlich rund 200 Kindern und Jugendlichen ermöglicht, die Langzeit-Messung zu Hause und nicht stationär in der Klinik durchzuführen. Anteilig haben wir zusätzlich einen neuen, höhenverstellbaren und modernen EEG-Stuhl finanzieren können, der stationär zum Einsatz kommt.
Auf der Station der kinderneurologischen Frühreha ist ein wichtiger Baustein der umfassenden und langfristig ausgerichteten Behandlung ein möglichst früher Therapiestart. Für eine bestmögliche Chance auf Heilung nach bspw. einem Unfall mit schwerwiegenden neurologischen Folgen ist es für das betroffene Kind von enormer Bedeutung, schnellstmöglich mit der Therapie zu beginnen. Die Physio-und Ergotherapeut*innen der Frühreha setzen hierbei bevorzugt mobile Therapiegeräte ein. So können sie erste vorsichtige Übungen mit ihren Schützlingen sogar schon im Patientenzimmer durchführen. Ein solches Gerät ist der mobile Geh-Trainer Litegait, der auf der kinderneurologischen Frühreha bereits erfolgreich eingesetzt wird. Dank einem ausgeklügelten Gurtsystem in Kombination mit einer eingebauten 360°-Drehgabel werden die Patient*innen nicht nur aufrecht, sicher und stabil gehalten, sondern können sich beim Lauftraining auch vollkommen frei bewegen. Das vorhandene Therapiegerät war jedoch nur für ein Körpergewicht von bis zu 50 kg zugelassen. Daher wurde mit dem mobilen Geh-Trainer Litegait LG700 im vergangenen April nun auch ein Gerät für jugendliche Patient*innen angeschafft.
Ebenfalls seit April gehört eine neue Videobrille zur festen Ausstattung im OP des Clemenshospitals. Sie wird bei Kindern und Jugendlichen während der unbehaglichen Wartezeiten und Vorbereitungen zu einer Operation verwendet. Die Videobrille entführt die jungen Patient*innen in eine andere Welt und sorgt für gezielte Ablenkung in einer oft angsteinflößenden Umgebung. Erfahrungsberichte anderer Kinderklinken zeigen, dass mit dem Einsatz der Videobrille die Gabe von Beruhigungs- und Narkosemitteln reduziert werden kann. Dieses Phänomen wird „Audiovisuelle Sedierung“ genannt. Auch im OP des Clemenshospitals zeigt sich diese Wirkung schon: Das Angstgefühl der Kids wird mithilfe der HappyMed Videobrille spürbar reduziert. Sie atmen entspannter, das Herz schlägt ruhiger, und auch die individuelle Schmerzempfindung nimmt ab.
Die umfangreichen Anschaffungen in unserer Partnereinrichtung in Münster wurden durch BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ ermöglicht. Im Dezember 2024 wurde unserem Stifter Toni Kroos im Rahmen der jährlichen „Ein Herz für Kinder“-Spendengala das „Goldene Herz“ für sein humanitäres Engagement mit seiner Toni Kroos Stiftung verliehen. Neben diesem wundervollen Ehrenpreis wertschätzte „Ein Herz für Kinder“ die Arbeit unserer Stiftung mit einer großzügigen Fördersumme. Unterschiedlichste Projekte im Gesamtwert von rund 240.000 € konnten wir dank „Ein Herz für Kinder“ im Jahr 2025 für unsere Partnereinrichtungen und zugunsten schwerkranker Kinder und Jugendlicher realisieren.